Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Tönning

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Inhalt: Sanierung des südlichen Wehrpfeilers am Eider-Sperrwerk


Historie/Bauwerk
Bauwerksinspektion
Zielsetzung
Bestand
Instandsetzungskonzept
Randbedingungen
Bauabwicklung
Schnitte und Zeichnungen

Vorgeschichte

Historie/Bauwerk
Das in der Zeit von 1967-73 errichtete Eider-Sperrwerk ist Bestandteil der nach der schweren Nordsee-Sturmflut im Februar 1962 festgelegten verkürzten Deichlinie an der deutschen Nordseeküste.

Die Wasserführung zwischen Eider und Nordsee wird über das 224m lange Sielbauwerk mit seinen 5 Durchlässen á 40 m Breite gesteuert.

Hauptbestandteile des Sielbauwerks sind die 4 Wehrpfeiler und die 2 Widerlager, in denen die 5 Wehrträger seitlich eingebettet sind. Die auf der Binnen- und Seeseite paarweise angeordneten Wehrtore geben ihre Lasten über Drehlager an den Wehrträger sowie über die Torsionsrohre an die Wehrpfeiler bzw. Widerlager ab. Innerhalb der Wehrpfeiler/Widerlager befinden sich die Verschlussantriebe, die über Hebel an die Wehrtore gekoppelt sind .

Pfeiler und Widerlager kommt eine wesentliche Tragfunktion zu, da sie die auf das Sielbauwerk einwirkenden Belastungen aus der Natur (Wasser, Wind und Wellen) und Verkehr aufnehmen und in den tragfähigen Baugrund einleiten.

Die Wehrpfeiler sind an der Basis etwa 65m lang und 6m breit. In der Wasserwechsel-zone laufen sie sowohl see- als auch binnenseitig in tropfenförmige Eisabweiser aus.
Wehrpfeiler und Widerlager selbst bestehen aus massigen Querschnittsteilen mit Abmessungen bis zu 6m Dicke. In Höhe der Maschinenräume verjüngen sich die Stirnbereiche von 5m auf 2m, die Flankenwände sind in diesem Bereich größtenteils zwischen 1,2m bis 1,5m stark.

Die wesentlichen Betonierabschnitte der Wehrpfeiler und Widerlager wurden in der Zeit von Ende 1968 bis Ende 1970 ausgeführt.


Bauwerksinspektionnach oben
Im Rahmen von Bauwerksinspektionen wurden nachfolgende Schäden an nahezu allen Wehrpfeilern/Widerlagern festgestellt, die am Wehrfeld 1 am ausgeprägtesten sind :

Schadensbeschreibung:

Ursachen:

Fazit:
Die Standsicherheit und Gebrauchstauglichkeit des Bauwerks ist gefährdet, da der Beton so stark geschädigt ist, dass die der Statik zugrundeliegenden Betongüten und -eigenschaften (Festigkeiten, Verbundwirkung, Lastverteilung) nicht mehr gegeben sind. Eine Betoninstandsetzung ist zwingend erforderlich, um den Beanspruchungen des Bauwerks wieder gerecht zu werden.



Zielsetzungnach oben
Mit der Probeinstandsetzung des Korbbogens am Wehrpfeiler 1 sollen Erfahrungen gesammelt werden, um darauf aufbauend die weiteren Instandsetzungsmaßnahmen zielgerichtet durchführen zu können. Mit der Maßnahme soll die Dauerhaftigkeit des Korbbogens wiederherstellt, weitere Durchfeuchtungen und Rissbildungen vermieden, und der Chlorideintrag in den Beton reduziert werden. Die Instandsetzung ist für eine Nutzungsdauer bis zum Jahr 2048 ausgelegt.


Beschreibung der Instandsetzungsmaßnahme


Bestandnach oben
Der instand zu setzenden Bereich des Wehrpfeilers Nr.1 wurde im Jahr 1969 hergestellt. Der Wehrpfeiler wurde seinerzeit in mehreren Betonierabschnitten unter Verwendung von zwei Betonsorten hergestellt. Für die Pfeiler und Widerlager wurde die seinerzeit gültige Betongüte B 300 gefordert, als Bindemittel wurde hüttensandreicher Zement HOZ 275 verwendet.

Aus statischen Gründen und wegen der Wehrträger- und Torsionsrohrlagerung wurden die Baublöcke der Pfeiler oberhalb NN +1,40m (an den Stirnseiten NN +2,00m) in Beton B 450 mit Portlandzement PZ 375 hergestellt.


Instandsetzungskonzeptnach oben

Randbedingungennach oben


Bilder oben: Vorbereitungsarbeiten, Bild unten: Arbeitsplattform kur vor dem Absenken



Bauvorbereitung/Bauabwicklungnach oben

Die Maßnahme wurde im März.2009 öffentlich nach § 3 VOB/A ausgeschrieben und im Mai 2009 vergeben.

Anmerkung:
Bei der Maßnahme handelt es sich um eine "Probeinstandsetzung", die gewonnenen Erfahrungen sind für weitere Sanierungsmaßnahmen an den Wehrpfeilern/Widerlagern richtungsweisend.

Vorbereitung und Montage/Demontage der Arbeitsplattform stellen hohe Anforderungen und zeitliche Aufwendungen an die ausführende Firma, da die "Plattform" unter Wasser bei nahezu unsichtbaren Verhältnissen mit ca. 48 Verbundankern bis zu 90 cm tief in den Eisabweisern zu sichern ist. Für die Anker ist eine Zulassung im Einzelfall erforderlich, entsprechende Probebelastungen sind durchzuführen.


Schnitte und Zeichnungen im pdf-Formatnach oben

pdf Wehrpfeiler Schnitt 1
pdf Wehrpfeiler Schnitt 2
pdf Vorbereitende Arbeiten und Einrichtung
pdf Arbeitsschritte

Bauzeit: Juni 2009 bis September 2010
Baukosten: rd.1.200.000 €

Verfasser: Marco Bardenhagen /Traugott Hartkopf

Wenn Sie an weiteren Informationen interessiert sind, wenden Sie sich an:

Herrn Bardenhagen, Tel.: 04861 / 615 - 303, e-mail: Marco.Bardenhagen@wsv.bund.de
Herrn Hartkopf, Tel.: 04861 / 615 - 304, e-mail: Traugott.Hartkopf@wsv.bund.de