Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Tönning

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Inhalt: Behebung des Schadens am Fluttorpaar I aussen, Eider-Sperrwerk Westseite

Das Eider-Sperrwerk ist mit seinem Sielbauwerk und der Schleuse ein wesentlicher Bestandteil der Eiderabdämmung, die eine bedeutende Schutzvorrichtung für die anliegende Bevölkerung darstellt.

Am Montag den 11. Feb.2013 erreichte um ca. 11.50 Uhr die Nachricht vom Eidersperrwerk das Büro des Außenbezirkes Tönning, dass das äußere Sturmflutpaar auf der Westseite der Schleuse defekt sei.

Der Nordflügel des Schleusentores I konnte nicht mehr geschlossen werden, hatte einen Auftrieb von ca.4 – 5 cm und war in Schräglage gerutscht. Die Amtsleitung und der Sachbereich 2 wurden umgehend von dem Vorfall unterrichtet.

Im Sturmflutfalle war somit die Deichsicherheit gefährdet. Um diese wieder gewährleisten zu können, musste der Nordflügel der Schleuse so schnell wie möglich ausgebaut und repariert werden.

Umgehend wurde die Tauchgruppe des WSA Brunsbüttel angefordert und das MS "WULF ISEBRAND" von Büsum zum Eidersperrwerk verholt. Bereits am Morgen des 12.02.2013 trafen die Taucher vor Ort ein und konnten über die "WULF ISEBRAND" eine erste Untersuchung des nördlichen Torflügels durchführen. Große Wasserbausteine wurden im Schwenkbereich des Tores geborgen und erste Vermutungen bestätigten sich, dass das Sturmfluttor im Unterwasserbereich aus seiner Halterung gerutscht war. Ein Ausbau des Tores war zwingend und unumgänglich.

Für solch eine Aktion war allerdings ein Spezial-Schwerlastkran erforderlich. Das Stahltor hat mit Muschel- und Algenbewuchs und eingelagertem Schlick ein Gesamtgewicht von ca. 45 Tonnen und der Aufstellpunkt des Kranes befindet sich ca.32 m vom Tor entfernt.

Bereits am Abend des 12.02.2013 wurde der Kontakt zu der Fa. Multilift Transportsysteme mit Sitz in Nürnberg hergestellt. Am 13.02.2013 um 11.00 Uhr wurde der Auftrag an die Kranfirma für den Einsatz eines 700 Tonnen Schwerlastkrans vergeben, der am Morgen des 14.02.2013 von Hamburg kommend um 06.00 Uhr am Einsatzort eintreffen sollte. Zeitgleich konnte die Fachfirma Cornels aus Brunsbüttel für Ausbau, Reparatur und Einbau des Tores beauftragt werden.

Damit der Spezialkran in Stellung gebracht werden konnte, musste die Landesstraße L305 im Bereich des Eidersperrwerkes komplett gesperrt werden. Die erforderlichen Genehmigungen für die Vollsperrung für den 14.02.13 konnten kurzfristig bei den Ordnungsämter bzw. bei den Kreisen Dithmarschen und Nordfriesland erwirkt werden.

Ausbau Tor


Die Vollsperrung der L305 wurde am 14.02.2013 um 09.00 Uhr mit großem Einsatz des Außenbezirks- und Eider-Sperrwerkspersonals wirksam und der Schwerlastkran wurde in Stellung gebracht und aufgebaut. Der Aufbau war am 14.02.13 um 19.00 Uhr abgeschlossen.

Nach einer kurzen Einsatzbesprechung am Morgen des 15.02.2013 zwischen dem Außenbezirk Tönning, dem Personal des Sperrwerkes und den beauftragten Firmen, begann der Ausbau des Torflügels um 08.30 Uhr bei Schneetreiben mit -3°C. Zwei Stunden später war das defekte Schleusentor bereits ausgebaut und wurde auf der Nordseite der Schleuse auf einem vorbereiteten Lager abgelegt.

Schaden
Schaden Karlotte, Torunterseite


Umgehend wurde der Schaden begutachtet. Die untere Karlotte des Tores war nicht mehr funktionsfähig und musste ausgetauscht werden. Eine eingehende Untersuchung der Torunterseite zeigte dann ca. 0,50 m von Vorkannte Tor an der Unterseite deutliche Aufsetzspuren auf einen harten Gegenstand. Die Taucher inspizierten derweil die Aufnahmekonstruktion des Tores im Unterwasserbereich in der Tornische und stellten fest, dass es keine weiteren Schäden an der Toraufnahme gab.

Die defekte Karlotte wurde ausgetauscht und um 13.00 Uhr konnte mit dem Einbau des Tores begonnen werden. Um 13.35 Uhr wurde die korrekte Lage und der Sitz des Tores im Unterwasserbereich durch die Tauchgruppe des WSA Brunsbüttel überprüft und für gut befunden.

Nach Anschließen aller erforderlichen Hydraulikleitungen erfolgte eine erste Probefahrt des Tores um ca. 14.10 Uhr. Beim Zufahren des Torpaares ergab sich ein erneutes anheben des nördlichen Torflügels. Umgehend wurde die Probefahrt abgebrochen und die Tauchgruppe führte eine weitergehende Untersuchung der Sohle durch – Sichtweite unter Wasser 0 cm. 14.30 Uhr konnten weitere extrem große und fast keilig geformte Wasserbausteine geborgen werden. Ein erneuter Probelauf verlief erfolgreich und die ganze Aktion konnte gegen 16.45 Uhr beendet werden.

Unverzüglich wurde mit dem Rückbau des Schwerlastkranes begonnen und um 02.00 Uhr abgeschlossen. Die Vollsperrung der L305 wurde am 16.02.2013 um 08.00 Uhr aufgehoben.

Der Ausbau, die Reparatur sowie der komplette Einbau des Torflügels lief sehr ruhig, zügig und sehr professionell ab. Allen Beteiligten an dieser Maßnahme kann an dieser Stelle bescheinigt werden, dass das Problem mit sehr viel Übersicht und Augenmaß angegangen und behoben wurde.

Vielen Dank an alle Beteiligten für diesen erfolgreichen Einsatz
Außenbezirksleiter Wolfgang Stöck

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