Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Tönning

Hier gelangen Sie direkt zum Inhalt der Seite.

 

Hauptnavigation:


Inhalt: Geschichte

Das unverwechselbare Leuchtfeuer Nordmarsch mit seinem kleinen, nebenstehenden Materialschuppen steht auf dem westlichen Zipfel der Hallig Langeneß. Der Turm ist in das Denkmalbuch für Kulturdenkmale aus geschichtlicher zeit unter Band F, Blatt 155 eingetragen und steht damit unter Denkmalschutz, er ist heute noch in Funktion als Quermarken- und Orientierungsfeuer für die Fahrwasser Norder- und Süderaue.

Langeness

Bevor der Damm zwischen den Halligen Oland und Langeness gebaut wurde, verlief die Schifffahrtsroute von Husum nach Wyk auf Föhr zwischen den beiden Halligen hindurch. Als sich der Bau des Dammes Ende des 19. Jahrhunderts abzeichnete, intervenierten mehrere ansässige Schiffer bei der hiesigen Wasserbauinspektion, dass die künftige Schifffahrtsroute von Husum nach Wyk über die Fahrwasser Süderaue und Marschnack bedeutend schwieriger zu befahren sein würden und forderten auf dem westlichsten Zipfel der Hallig Langeneß, auf der alten Peterswarft, ein Leuchtfeuer. Ca. 1900 wurde das Durchströmen der beiden Halligen mit einem aufgeschütteten Kleidamm verhindert und die Landgewinnung damit eingeleitet. Zeitgleich wurde auf der alten Peterswarft ein Probefeuer errichtet. Nachdem sich dieses bewährt hatte und nachdem 1901 die Reste der alten Warft mit einer Steindecke befestigt wurde, stand 1902 dem Bau des Leuchtfeuers Nordmarsch nichts mehr im Wege. Der Mauerwerksturm mit einer Bauwerkshöhe von 11,50 m wurde errichtet, die Feuerhöhe lag bei 13,20 über dem mittleren Tidehochwasser. Als Tageskennung zeigte der Turm einen rotbraunen Anstrich.


In den Wirren des ersten Weltkrieges erfuhr die Warft 1916 durch eine Seemine erheblichen Schaden. Der Turm wurde mit starken Rissen durchzogen und erhielt dadurch eine nicht unerhebliche Schiefstellung. Aus mangelnden Mitteln konnte das Leuchtfeuer nicht sofort saniert werden.

1928 wurde der erwähnte Kleidamm zwischen den Halligen als Steindamm mit Transportschienen ausgebaut und wurde so bis heute als Transportdamm für den Küstenschutz auf Hallig Langeneß verwendet. Im gleichen Jahr wurde die Böschung der Warft auf der Westseite durch einen Sturm zum großen Teil zerstört. Die Schäden wurden provisorisch mit Buschwerk gesichert und im Jahre 1929 bekam die ganze Warft ein Basaltsäulendeckwerk..

PflasterLeuchtfeuer

Den zweiten Weltkrieg überstand das Leuchtfeuer weitgehend unbeschadet, jedoch waren die Schäden aus dem 1. Weltkrieg noch nicht behoben. Dies änderte sich erst anlässlich einer Ministerialbereisung im Frühjahr 1952. In einem Protokoll heißt es :"Der Leuchtturm Nordmarsch soll gemäß Besprechung anlässlich der Ministerialbereisung wegen seiner starken Risse und Wandfeuchtigkeit außen ummantelt und innen verputzt werden. Mit der Ummantelung muß auch versucht werden, die Schiefstellung zu mildern". So wurde vom Aufsichtsbezirk Amrum, Regierungsbauinspektor Martienen, ein Kostenanschlag zur Sanierung aufgestellt. Im Frühjahr 1953 wurde das Leuchtfeuer mit Radialziegeln verblendet und die Schiefstellung konnte damit weitestgehend behoben werden. Damit änderte sich das Aussehen des Turmes vom rotbraunen Anstrich zur Mauerwerksummantelung. Sie prägt bis heute das unvergleichliche Aussehen dieses Leuchtfeuers. 1982 wurden die Innenwände des Turmes mit Riemchen ausgekleidet.

TreppenaufgangRisse
Oben: heute noch sichtbare Risse in den Stufen, Treppenaufgang.