Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Tönning

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Inhalt: Geschichte

Der Leuchtturm Westerheversand ist wohl der bekannteste Leuchtturm an der schleswig-holsteinischen Küste. Mit den beiden symmetrisch angeordneten Häusern prägt das schlanke Bauwerk im Vordeichland das typische Bild eines Leuchtturms.

Während einiger Sturmfluten trotzte der Leuchtturm mit den beiden Häusern, als eine kleine Insel in der tobenden See, den Naturgewalten.

LF Westerhever

In dem schwierigen Revier mit den sich stark verändernden Sänden, südlich von Amrum und nördlich der Eider, sollte mit Errichtung eines kräftigen Leuchtfeuers der Heverstrom in Richtung Husum bezeichnet werden. An der Westspitze der Halbinsel Eiderstedt mußte zunächst eine Warft mit Erdreich aufgeschüttet, durch Pferde festgetreten und verdichtet werden. Insgesamt 127 gerammte Holzpfähle trugen das Fundament, wobei unterhalb des Turmsockels eine Hohlkammer aus Stahlbeton als Wasserbehälter die Trinkwasserversorgung des Leuchtturmwärters und seiner Familie sicherstellte.

Für die Bauausführung übernahm man den Serienbau von Leuchttürmen, wie er sich in Großbritannien bereits bewährt hatte. Hierbei wurden auf einem 16-eckigen Turmsockel insgesamt 608 gußeiserne Segmente der Isselburger Hütte, sogenannte Tübbings zu einer konischen Form verschraubt. Die Vorteile dieser u.a. auch in Hörnum und Pellworm angewandten Bauweise waren das relativ geringe Gewicht, die kurze Montagezeit und die niedrigen Unterhaltungskosten.

Das am 26. Mai 1908 in Probebetrieb genommene Leuchtfeuer Westerhever bezeichnete als Seefeuer die Orientierung nordwestlich von Eiderstedt und mit einem Leitsektor die Einfahrt in die Mittelhever in Richtung Husum. Gleichzeitig zeigte ein rotes Quermarkenfeuer das enge Fahrwasser in Richtung Pellworm (bis 2002) und ein weiterer roter Orientierungssektor die Quermarke für den Heverstrom in Richtung Husum an.

Mit der Nutzung einer Gleichstrom-Bogenlampe mit Kohlestäben wurde das Leuchtfeuer von Beginn an elektrisch betrieben. Durch den Einsatz von Diesel-Dynamoaggregaten konnte die Stromversorgung über zwei Akkumulatorenbatterien bis zum Anschluß an das öffentliche Stromnetz im Jahre 1950 sichergestellt werden. Für das Erreichen der erforderlichen Tragweiten erhielt das Feuer eine geschliffene Gürtellinse mit 300mm Brennweite, wobei die Lichtblitze als Erkennungsmerkmal von Westerheversand durch eine Umlaufblende erzeugt wurde. Mittels einer 2000 Watt starken Xenon-Hochdrucklampe mit einer wirksamen Lichtstärke von 166.500 Candela, strahlt heute das bis zu 21 Seemeilen reichende Licht in die Hevermündung.


OptikLeuchtfeuer
Links: die Optik, rechts: Leuchtfeuer, Laternenhaus

Seit der Automatisierung des Leuchtfeuers in 1978 arbeitet das Leuchtfeuer ohne Zutun eines Leuchtturmwärters. Die Funktion des Leuchtfeuers wird, wie alle Feuer an der Westküste Schleswig-Holsteins, von der Fernwirkzentrale in Tönning aus überwacht.

Wer von der Galerie des Leuchtturms Westerheversand den fantastischen Blick in das Wattenmeer genießt, kann bei den Führungen auch den Geschichten des letzten Leuchtturmwärters Herrn Heinrich Geertsen lauschen, der von dem vermeintlich idyllischen Leben als Leuchtturmwärter erzählt und "seinen" Leuchtturm Westerheversand nicht missen möchte.

Aussicht
Aussicht vom Turm auf die Watten