Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Tönning

Hier gelangen Sie direkt zum Inhalt der Seite.

 

Hauptnavigation:


Inhalt: Schleuse und Wehranlage Nordfeld

Schleusenanlage
Wehranlage

Die Schleuse Nordfeld mit Wehranlage wurde in den Jahren 1934 bis 1936 bei Eider-km 78,280 erbaut. Sie verbindet die Landkreise Dithmarschen und Nordfriesland in der Nähe der Ortschaft Drage und kann von Fußgängern sowie Fahrradfahrern überquert werden.

Sowohl die Schleusen- als auch die Wehranlage befinden sich im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland. Das Betreiben und Unterhalten der Wehranlage liegt gemäß Gesetzgebung im Zuständigkeitsbereich des Landes Schleswig-Holstein. Diese Aufgaben werden jedoch von der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes wahrgenommen und die anfallenden Kosten an das Land Schleswig-Holstein weitergegeben.

Luftbild
Luftbildaufnahme der Schleuse Nordfeld mit Wehranlage
(© Foto: Amt Nordsee-Treene, Mildstedt)

Schleusenanlage

Die Baukosten der Schleusenanlage betrugen damals ca. 680.000 RM, umgerechnet auf den heutigen Stand entspricht dies ca. 5,5 Mio. Euro. Davon wurden allein für den Stahlwasserbau ca. 230.000 RM bzw. umgerechnet auf den heutigen Stand rd. 1,87 Mio Euro verausgabt.

Die Einkammerschleuse mit fünf Stemmtoren verbindet die untere Binneneider mit konstantem Wasserstand mit der geregelten Tideeider. Die Häupter aus Stahlbeton sind auf hölzerne Rammpfähle gegründet. Das Oberhaupt enthält ein Flut- sowie ein Ebbetor und das Unterhaupt zwei Sturmfluttore sowie ein Ebbetor. Die Schleuse wurde zur damaligen Zeit in der ersten Deichlinie gebaut, so dass zur Sicherung zwei Sturmfluttore erforderlich waren. Durch den Bau des Eider-Sperrwerkes im Jahre 1973 rückte die Anlage in die zweite Deichlinie, so dass das zweite Sturmfluttor außer Betrieb genommen wurde.

Schleusenanlage Nordfeld
Schleusenanlage Nordfeld

Im Jahre 1989 wurden, bis auf beim zweiten Sturmfluttor im Unterhaupt, alle Schleusentore einschließlich der Antriebe erneuert.

Das Gewicht der einzelnen Torflügel liegt zwischen 11,08 Tonnen (Oberhaupt) und 19 Tonnen (Unterhaupt).

Für den Wasserstandsausgleich beim Schleusungsvorgang sorgt je Stemmtorflügel ein Gleitschütz mit einer rd. 1 m² großen Öffnung. Der Antrieb der Schütze erfolgt durch einen Elektromotor über Gewindestangen.

Zur Schleusenanlage zählen des Weiteren zwei "Vorhäfen", die im Oberwasser aus 22 sowie im Unterwasser aus 29 stählernen Dalben bestehen. An den Dalben sind hölzerne, begehbare Leitwerke mit Ketten an Ösenbolzen befestigt. Die Abmessungen der Leitwerke betragen 45 m in der Länge sowie 1 m in der Breite.

Schleusenwände: Larssen II, Stahlspundwand, Länge= 13,50 m
Schleusensohle: 35 cm Basaltpflaster auf 25 cm Pflastergrund
Kammerlänge: 76,00 m zwischen den Toren
Nutzbare Länge: 65,00 m
Kammerbreite: 9,50 m
Nutzbare Breite: 9,00 m
Höhenangaben: Drempel im Ober- und Unterhaupt NN - 4,50 m, Kammersohle= NN - 4,50 m, Oberkante Schleusenplattform= NN + 2,50 m
Wasserverbrauch: rund 1200 m³; ausgehend von einem mittleren Wasserstand im Oberwasser und MThw im Unterwasser
Schleusenkammervolumen: rund 5100 m³

Die Betriebszeiten der Schleuse können Sie hier nachlesen.

Wehranlage

Die Baukosten der Wehranlage betrugen ca. 900.000 RM, das entpricht umgerechnet auf den heutigen Stand ca. 7,7 Mio. Euro.

Wehranlage  Nordfeld
Wehranlage Nordfeld

Die 43,20 m breite Wehranlage aus Stahlbeton mit fünf Wehröffnungen (6,00 m x 5,00 m) mit dem darüber liegendem Betriebsanlagengebäude ist auf hölzerne Rammpfähle und einer 1,80 m starken Stahlbetonplatte (OK bei NN - 4,50 m) gegründet.

Vor der Sohlplatte liegt sowohl im Ober- als auch im Unterwasserbereich in einer Breite von 30,00 m als Sohlensicherung eine Basaltpflasterlage auf Grund mit doppelter Ziegelflachschicht Reetlage als Unterbau. Die anschließende Schüttsteinlage ist im OW ca. 30,00 m und im UW ca. 40,00 m breit.

Die Wehröffnungen mit den Wehrpfeilern und den Endauflagern werden von einer 1,50 m starken Stahlbetondecke überspannt. Alle aufgehenden äußeren Betonbauteile sind durch 22 bis 34 cm starke, gemauerte Wände aus Hartbrandklinker verkleidet.

Vor den Wehröffnungen verläuft auf beiden Seiten der Wehranlage über den Pfeilern ein 1,50 m breiter Bedienungssteg aus Stahlbeton.

An der Uferseite (Dithmarschen) sind als Uferschutz Flügelspundwände (Larssen II) eingebaut.

Die Wehranlage hat als Verschlusskörper zum Unterwasser stählerne Riegelstemmtore und in der Mitte des Wehres unter dem Betriebswerkgebäude stählerne Rolltore. Die Stemmtore wurden 1983 grundüberholt.

Das Gewicht eines Rolltores beträgt 8 Tonnen, das der einzelnen Flügel der Stemmtore 6 Tonnen.

Das direkt auf der Decke der Wehranlage errichtete Betriebsanlagengebäude ist 42,45 m lang und 4,82 m breit. Es ist ein Klinkerbau mit Walmdach. Im Erd- und Untergeschoss befinden sich der elektrische Antrieb und die Maschinenteile der Rolltore, im Obergeschoss die Betriebs-, Aufenthalts- und Sanitärräume.

Antrieb Rolltore
Die Antriebe der stählernen Rolltore

An der Schleusenseite befindet sich ein zweigeschossiger Anbau (4,55 m x 3,75 m), in dem sich der Leitstand (Bedienungsraum) für die Schleusen- und Wehranlage befindet.