Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Tönning

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Inhalt: Geschichte der Feuerschiffe

Feuerschiff AMRUMBANK
Feuerschiff AUßENEIDER
Feuerschiff EIDER
Heute

Das damalige Wasserbauamt Tönning betreute zu Beginn des 1. Weltkrieges u.a. die drei Feuerschiffe AMRUMBANK, AUßENEIDER und EIDER.

Unter Feuerschiffen versteht man im Prinzip schwimmende Leuchttürme, die auf einer festen Position auf See verankert wurden, an denen es z.B. wegen einer starken Strömung oder wegen einer Untiefe nicht möglich war, einen festen Leuchtturm zu bauen. Sie dienten der Navigation für die Seeschifffahrt.

Ausgestattet waren sie mit einem Feuerturm, der über eine starke Lichtquelle, einem kräftigen Nebelsignal und über eine Funkbake verfügte. Zudem hatten sie eine auffallende Farbe und Form. Sie waren rot angestrichen und der Schiffsname war in weißen Buchstaben angebracht.

Der Name des Feuerschiffes bezog sich meistens auf die Untiefe, vor der es warnte. Die Position der Feuerschiffe wurde auf den Seekarten angegeben. Deswegen war es von enormer Bedeutung, dass die Feuerschiffe auf ihrem angegebenen Platz liegen blieben.

Positioniert wurden die Feuerschiffe mit sogenannten Schirm- oder Pilzankern. Die Ankerposition wurde stets durch Peilungen mittels zwei in unmittelbarer Nähe liegenden Tonnen, den sogenannten "Wachtonnen", kontrolliert.

Die wesentlichen Aufgaben der Besatzung war die Wartung der Leuchtanlage und des Schiffes sowie das Geben von Warnsignalen bei Sturm und Nebel. Ferner mussten sie nach möglichen Schiffshavarien Ausschau halten.

Dienst auf den Feuerschiffen war zwar nicht besonders schwer, aber bei starkem Sturm und Eisgang gefährlich. Für jedes auf Position ausliegende Feuerschiff wurden beim damaligen Wasserbauamt zwei Besatzungen vorgehalten. Die Regelungen für die Ablösungen änderten sich im Laufe der Jahrzehnte. Ursprünglich waren es neun Monate Bordzeit und drei Monate Landgang, dann sechs Wochen Borddienst und drei Wochen Landgang und schließlich nach dem 2. Weltkrieg, vier Wochen Borddienst und zwei Wochen Landgang. Die Ablösungsfahrten erfolgten durch Seezeichenschiffe des Wasserbauamtes.

Mit fortwährender Zeit wurden jedoch die Feuerschiffe aus Kostengründen durch unbemannte Feuerschiffe oder Navigationsbojen ersetzt.

AUßENEIDER

Die alte AUßENEIDER war 1908 durch einen Neubau ersetzt worden. Es handelte sich um ein Segelschiff mit drei Masten, das bei der G.H. Thyen-Werft in Brake/Unterweser erbaut wurde. Für alle Masten waren je drei Garnituren Segel an Bord vorhanden. 1931 wurde das Schiff bei den Deutschen Werken, Kiel zum Motorschiff umgebaut. Gleichzeitig erhielt es eine moderne Funkeinrichtung. Das Feuerschiff AUßENEIDER hat bis 1939 auf dieser Position gelegen, dann ging es an die Kriegsmarine als Reservefeuerschiff. Zuletzt, von 1965 bis 1984 hat es auf der Position Fehmarnbelt gelegen und wurde dort von der Großtonne Fehmarnbelt abgelöst. Es liegt derzeit als Museumsschiff in Lübeck und wird von einem Verein betreut.

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EIDER (1909-1926)

Dieses als Dreimaster gebaute Lotsengaliote war auch Feuerschiff und in Tönning auf der Eiderwerft gebaut. 1914 wurde es zur Kaiserlichen Marine eingezogen. Von 1918 - 1926 lag es wieder auf Station in der Eider, danach wurde die Station aufgehoben. Im Mai 1927 wurde es abgegeben an das Wasserbauamt Cuxhaven und in BÜRGERMEISTER ABENDROTH umbenannt. Das Schiff dienete unter anderem als Reserve für die Feuerschiffe Elbe1, Elbe 3 und Elbe 4. Ab 1945 bis 1966 lag es fest auf der Position Elbe 3 und wurde dann außer Dienst gestellt. Es liegt heute als Museumsfeuerschiff in Bremerhaven im deutschen Schifffahrtsmuseum.

Alte Postkarte. Das königliche Wasserbauamt und das Feuerschiff EIDER

AMRUMBANK

1908 sind die Feuerschiffe EIDER und AUßENEIDER durch das Feuerschiff AMRUMBANK ergänzt worden. Diese Station lag etwa 18 sm südwestlich von Amrum zur Warnung vor der gefährlichen Untiefe "Amrumbank" und sollte insbesondere die Ansegelung der Fahrwasser Schmaltief und Vortrapptief erleichtern.


Das Schiff war als Dampfschiff gebaut und mit einer Reservebesegelung ausgerüstet. Es wurde im 1. Weltkrieg durch ein Motorschiff ersetzt (AMRUMBANK II, 1914/15 von der Meyer Werft in Papenburg erbaut), dieses lag ab 1917 bis 1939 auf Position. Die alte AMRUMBANK wurde als Reserve für Tönning vorgehalten und musste jederzeit einsatzbereit sein, um bei einem plötzlichen Ausfall eines Feuerschiffes diese auf den Stationen Außeneider oder Amrumbank vertreten zu können. 1939 wurde das Schiff an die Kriegsmarine abgegeben, 1944 ist es in der Kieler Bucht versenkt worden.

Bis 1939 war die Position Amrumbank gekennzeichnet, in den Wirren des 2. Weltkrieges wurde das Feuerschiff eingezogen und nach Beendigung des Krieges nicht wieder ausgelegt. Statt dessen hat die AMRUMBANK (II) auf verschiedenen anderen Positionen gedient, zuletzt, bis 1983, auf der Position Deutsche Bucht.

Heute

Das ehemalige Feuerschiff AMRUMBANK (II) befindet sich im Besitz des Arbeitskreis Museums-Feuerschiff e.V in Emden, weitere Informationen hier.

Die EIDER liegt im Museumshafen des deutschen Schifffahrtsmuseums in Bremerhaven, weitere Informationen hier.

Die AUßENEIDER gehört dem Verein Feuerschiff für Lübeck e. V. und ist über diesen Link zu erreichen.



Quellen: