Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Tönning

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Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Tönning heute
Entstehungsgeschichte des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Tönning
Das neue/alte Amtsgebäude

Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes

Der Bund ist Eigentümer der Bundeswasserstraßen. Er verwaltet diese durch eigene Behörden und nimmt die staatlichen Aufgaben der Binnenschifffahrt und Seeschifffahrt wahr. (Art. 87 und 89 Grundgesetz)

Die Tätigkeit der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) beruht unter anderem auf folgenden gesetzlichen Grundlagen:

Dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur untersteht die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung mit:

  • 4 Oberbehörden
    Bundesanstalt für Wasserbau (BAW)
    Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG)
    Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH)
    Bundesstelle für Seeunfalluntersuchungen (BSU)
  • Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt
  • 7 Außenstellen der Generaldirektion
  • 39 Wasserstraßen- und Schifffahrtsämtern
  • 7 Wasserstraßenneubauämtern



Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Tönning heute

Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Tönning ist wie oben dargestellt eine Ortsbehörde der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Es hat die in seinem Dienstbezirk liegenden Wasserstraßen und Anlagen in einem für die Schifffahrt erforderlichen Zustand zu erhalten sowie für die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs Sorge zu tragen.

WSA Tönning
Dienstgebäude des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Tönning am Tönninger Hafen

Die Aufgaben des Amtes innerhalb des Zuständigkeitsbereiches sind u.a.:

  • der Betrieb der bundeseigenen Schifffahrtsanlagen
  • die wasserbauliche Unterhaltung der Eider einschließlich ihrer Ufer und seiner Betriebsanlagen
  • die Unterhaltung und Betrieb der schwimmenden und festen Seezeichen (Tonnen, Leuchttürme, Baken, Pricken)
  • die Wahrnehmung der stom- und schifffahrtspolizeilichen Aufgaben
  • die Sicherstellung eines geordneten Abflusses der Eider
  • die Durchführung von Investitionsmaßnahmen zur Erhaltung, Bestandssicherung und verkehrlichen Verbesserung der Bundeswasserstraßen mit ihren Anlagen
  • die Verwaltung des fiskalischen Bundeseigentums

Das WSA Tönning erfüllt seine gesetzlichen Aufgaben durch rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Stand 01.05.2008), davon sind:

176 Tarifbeschäftigte
14 Beamte

Zudem beschäftigt das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Tönning (WSA) 30 Auszubildende in den verschiedensten Berufszweigen..

Aufgrund der großflächigen Struktur des Dienstbezirkes verteilt sich das Personal im gesamten Gebiet.

Das Dienstgebäude mit dem Leitungsbereich befindet sich seit 1884 in Tönning, am Hafen 40. Dort sind 55 Mitarbeiter beschäftigt. Die weiteren Mitarbeiter sind in den dem WSA nachgeordneten drei Außenbezirken:

  • Amrum mit dem Hafen Hörnum/Sylt sowie dem Seezeichenhafen Wittdün/Amrum
  • Tönning mit dem Eider-Sperrwerk, der Schleuse Nordfeld mit Wehranlage sowie der Schleuse Lexfähre
  • Helgoland mit dem Schutz- und Sicherheitshafen Helgoland

sowie dem Bauhof Tönning und der Fachgruppe Nachrichtentechnik verteilt.

Amtsgebäude und Bauhof
Dienstgebäude des WSA Tönning und Bauhof am Tönninger Hafen

Entstehungsgeschichte des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Tönning

Im Jahre 1870 wurde durch vorläufige Anordnung der "Königlichen Regierung" in Schleswig das "Königliche Kreisbauamt" in Tönning eingerichtet, dem neben den Hochbau- und Wegeaufgaben auch alle im Kreisgebiet anfallenden Hafenbau- und Wasserbauaufgaben übertragen wurden. Erster Leiter dieser Behörde war der Königliche Kreisbaumeister Karl v o n W i c k e d e. In 1880 wurde das "Königliche Kreisbauamt" in das "Kreisinspektorat" umbenannt.

Die Mittelbehörde für alle Wasserbau- und Schifffahrtsangelegenheiten stand zu dieser Zeit unter der Leitung des Königlich-Preußischen Regierungspräsidenten in Schleswig.

Vorübergehend von Nachteil für Tönning war die Übertragung des Wasserbau- sowie des Tonnen- und Bakenwesens am 01. Oktober 1882 auf die neugebildete Wasserbauinspektion in Rendsburg. Dieser Zustand wurde jedoch nach ca. 1,5 Jahren beendet, als am 01. Mai 1884 auch in Tönning eine Wasserbauinspektion gegründet wurde. Ihre Aufgabe war die Unterhaltung der Eider unterhalb der Hohner Fähre und der Außeneider einschließlich der Häfen Friedrichstadt und Tönning sowie das Tonnen- und Bakenwesen vor Eiderstedt sowie vor Norder- und Süderdithmarschen. Zudem war die Inspektion zuständig für die Deiche und Vorländereien in den Kreisen Eiderstedt, Norder- und Süderdithmarschen und in der Landschaft Stapelholm einschließlich der kommunalen Häfen. Erster Leiter der Königlich-preußischen Wasserbauinspektion in Tönning war der Königliche Wasserbauinspektor R e i m e r s. In diese Zeit fielen auch der Übergang von hölzernen zu stählernen Fahrwassertonnen, der Bau der wichtigsten festen Leuchtfeuer im Küstenbereich sowie im Jahre 1908 die Ergänzung der Feuerschiffe "Eider" und "Außeneider" durch das Feuerschiff "Amrumbank".

Am 14. Dezember 1910 wurde die Bezeichnung "Königlich-preußische Wasserbauinspektion" in "Königliches Wasserbauamt Tönning" geändert. Der Leiter dieser Behörde war nunmehr als Beamter des höheren Dienstes ein "Baurat" und zeichnete als "Vorstand des Königlichen Wasserbauamtes Tönning".


Das "Königliche Wasserbauamt Tönning" ca. 1922*

Als nach dem 1. Weltkrieg aus der deutschen Monarchie eine deutsche Republik wurde und die Bundesfürsten ihren Thronen entsagten, wurde das "Königliche Wasserbauamt Tönning" 1919 in das "Preußische Wasserbauamt Tönning" umbenannt.

Erst am 29. Juli 1921 gingen aufgrund eines Staatsvertrages zwischen den Ländern und dem Reich alle dem allgemeinen Verkehr dienenden Bundeswasserstraßen auf das Reich über. Das Reich bediente sich jedoch auch weiterhin der bewährten Wasserbaubehörden der Länder, die die übernommenen Wasserstraßen im Auftrag des Reiches verwalteten. Erst 1936, als die Marschenbauämter Husum und Heide eingerichtet wurden, gingen die Küstenschutzaufgaben und die staatliche Deichaufsicht auf diese neuen Ämter über. Um die Verkehrssicherungsaufgaben besonders herauszustellen, bekamen die bisherigen "Wasserbauämter" einen neuen Namen - "Wasserstraßenämter" -.

Am 01. April 1939 wurde aus den wasserbautechnischen Dezernaten beim Regierungspräsidenten Schleswig und dem Reichskanalamt Kiel die "Wasserstraßendirektion (WSD) Kiel" gebildet. Diese Dienststelle war und ist auch heute noch die vorgesetzte Dienststelle des Amtes Tönning.

Die heutige gültige Bezeichnung "Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Tönning" führt das Amt bereits seit dem 01. November 1949.

Seit 1884 bis heute durchliefen 12 Amtsvorstände das Tönninger Amt, die nachfolgend aufgeführt sind:

1884 Königlicher Wasserbauinspektor R e i m e r s
1900 Königlicher Wasserbauinspektor R h o d e
1904 Königlicher Wasserbauinspektor v o n N o r m a n n
1916 Regierungsbaurat S c h ä f e r
1921 Regierungsbaurat M a n n s d o r f
1933 Oberregierungsbaurat Dr.-Ing. B a h r
1954 Oberregierungsbaurat B e c k e r
1963 Baudirektor S t a e g l i c h
1975 Baudirektor K a i s e r
1980 Baudirektor H o l l m e r
1993 Baudirektor N o l t e
ab 2006 Baudirektorin R u d d e c k

[Quellen:]

  • "Tönning - im Wandel der Zeiten", Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt von Helmut Staeglich.
  • "Gesellschaft für Tönninger Stadtgeschichte e.V." , Mitteilungsblätter 3 + 4; 100 Jahre Waterbuamt in Tönning von Helmut Staeglich.
  • "Zentralblatt der Bauverwaltung", verschiedene amtliche Mitteilungen

Das neue/alte Amtsgebäude in Tönning

Bericht

"Nach einem Berichte des königlichen Landrathsamts zu Tönning eignet sich das frühere Fährhaus in Tönning, welches uns - zufolge Erlasses des Herrn Oberpräsidenten vom 30. Mai d. J. - übertragen werden kann, zur Wohnung für den Baubeamten. Wir sind bereit die Genehmigung hierzu zu beantragen, wenn der Staatskasse weder durch die erste Bestandsnutzung noch durch die künftige Mieterhaltung des Gebäudes Kosten erwachsen. Ferner dürfen der Staatskasse auch nicht bei Rücklieferung des Gebäudes Kosten wegen Ersatzes aufgewandter Reparaturen entstehen. Mit Rücksicht hierauf ersuchen wir Ew. Hochwohlgebohren um eine baldgefällige Aeußerung darüber ob Sie unter diesen Bedingungen das Haus als Miethwohnung entweder gegen Zahlung der vom 19. August 1877 offerierten Miethe von 330 Mark oder gegen eine andere jährliche Miethszahlung übernehmen wollen. Königliche Regierung, Abteilung des Inneren"**

Mit diesem Schreiben der Königlich Preußischen Regierung vom 26.7.1879 an den königlichen Kreisbaumeister von Wickede beginnt die "Verwaltungs"-Geschichte des Fährhauses auf dem Robbenberg in Tönning. Zunächst diente es (ab 1882) dem Kreisbaumeister und dann ab 1.5.1884 dem königlichen Wasserbauinspektor und seinen Nachfolgern als Wohn- und Amtsgebäude. Als Wohnung für den Amtsleiter wurde es bis 1980 genutzt.

Errichtet wurde das Gebäude um 1808/09. Seitdem sind im Laufe der vielen Jahrzehnte insgesamt sechs größere Umbauten und Erweiterungen vorgenommen worden. Waren zunächst nur Büroräume für den Wasserbauinspektor und seinen Sekretär erforderlich, stieg der Raumbedarf mit den zugewiesenen Aufgaben doch sehr schnell an. Schon in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts wurde das Gebäude zweimal erweitert (1895 und 1898), die nächste Vergrößerung erfolgte bereits 20 Jahre später. Anfang der 60er Jahre ist das alte Gebäude zum letzten Mal verlängert worden. Zusätzlich wurde es notwendig, auf den Freiflächen zwei bereits gebrauchte Holzbaracken zu errichten, zum einen die alte Bauleitungsbaracke vom Bau des Eider-Sperrwerkes und zum anderen eine Baracke, die schon beim Wiederaufbau der Hafenanlagen auf Helgoland ihren Dienst tat; das letztgenannte Provisorium neben dem Amtsgebäude - zwischenzeitlich auch für einige Jahre vom neu gegründeten Nationalparkamt genutzt - sollte dann über 40 Jahre währen!

Anfang der 80er Jahre begannen dann wiederum Planungen für die Schaffung von zusätzlichen "festen Amtsräumen" für das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Tönning, die sich dann Mitte der 90er konkretisierten. Es zeichnete sich ab, dass die Holzbaracken nur noch kurze Zeit nutzbar waren. Viele von den vorhandenen Diensträumen waren überbelegt. Und die Informationstechnik hielt in der Verwaltung Einzug - mit der Notwendigkeit "DV-gerechte" Arbeitsplätze einzurichten.

Eine zwischenzeitlich geführte Diskussion über ein komplett neues Amtsgebäude auf der grünen Wiese führte zu dem Ergebnis, dass der Standort auf dem Robbenberg mit dem vorhandenen Altbau für das WSA Tönning auch nach über 100 Jahren der einzig richtige ist.

Nach Bauantrag und baufachlichem Gutachten in den Jahren 1994/95 erhielt das Gebäudemanagement Schleswig-Holstein den "Planungsauftrag für die Erweiterung und Herrichtung des vorhandenen Dienstgebäudes des WSA Tönning". Im April 2000 wurde die Haushaltsunterlage-Bau mit einer Baukostensumme von 2,24 Mio. € genehmigt.

Einen Monat später begannen die Baumaßnahmen mit der Errichtung eines Erweiterungsbaus (1,3 Mio. €). Dieses zweigeschossige, mit einem Verbindungsbau an das Altgebäude angeschlossene Gebäude hat einen rechteckigen Grundriss von 36,5 x 12 m. Die gesamte Nutzungsfläche beträgt 722 m2, 20 Büroräume mit unterschiedlichen Größen, 1 Zeichenbüro und 1 Besprechungsraum teilen diese Fläche in der Hauptsache auf. Hinzu kommen Sozial-, Sanitär- und Technikräume. Das Gebäude liegt direkt am Deich, ist von seinem äußeren Erscheinungsbild modern, hält sich aber gegenüber dem Altbau, der einen wichtigen optischen Eckpunkt des Tönninger Hafens darstellt, im Hintergrund.

Am 9.7.2001 konnte der Neubau an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sachbereiches 2, die bis dahin in der Mehrzahl in den o.a. Baracken untergebracht waren, übergeben werden.

Wasser- und Schifffahrtsamt Tönning 2003

Danach erfolgte die Herrichtung des Altbaus (1,0 Mio. €) in drei Bauabschnitten. Das Gebäude erfuhr von außen und innen die erste wirkliche Grundsanierung. Es zeigte sich, dass dies dringend notwendig war, wobei viele Mängel erst bei den Bauarbeiten zu Tage traten. Auch der Altbau ist nun auch auf dem neuesten Stand der IT-Technik. Eine Brand-Einbruchmeldeanlage sorgt für Sicherheit und in der kalten Jahreszeiten liefert eine Heizzentrale im Neubau die notwendige Wärme in beide Gebäude.

Nach 3,5 Jahren Gesamtbauzeit wurden die Baumaßnahmen mit einer Feier am 7.11.2003 offiziell abgeschlossen. Die Ausgaben lagen trotz der erst bei der Ausführung entdeckten Schäden nur 100.000 € über der Entwurfssumme.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Amtsgebäudes des WSA Tönning fühlen sich wohl in den neuen und alten Gemäuern. In den hellen und freundlichen Räumen lässt sich ausgezeichnet arbeiten.

Wer auf der Bundesstraße 5 über die Eiderbrücke fährt, sollte zu mindestens einen Blick auf das markante Gebäude am Hafen werfen!


* Das Bild zeigt das Amtsgebäude, wie es von 1918 bis 1934 ausgesehen hat. Der davor liegenden Dreimastschoner GREIF wurde 1920/21 auf der Schiffswerft Dawartz in Tönning erbaut (Quelle: Wolfgang Jonas, Schiffbau in Nordfriesland). Die GREIF hat nur kurz in Tönning gelegen, entsprechend kann diese Ansicht auf 1922 datiert werden.

**Das alte Fährhaus/Quartier Nr. 18 ist heute "Am Hafen 39", das neue Fährhaus/Quartier Nr. 18a ist heute "Am Hafen 40" und seit 1882 fester Dienst- und Wohnsitz der Staatsbeamten (Quelle: Gesellschaft für Tönninger Stadtgeschichte, Mitteilungsblatt Heft 23, Heinz-Jürgen Frey: Quartiere, Straßen und Häuser in Tönning im 19. Jahrhundert)